#139 Sophia Thiel über ihre Essstörung, Fame & Leistungsdruck

Sophia Thiel über ihre Essstörung, Fame & Leistungsdruck

Sophia Thiel, die bekannteste deutsche Fitness-Influencerin war auf einmal weg. Der Leistungsdruck durch Social Media hatte sie in eine Essstörung getrieben und ihr wurde alles zu viel. Sophia war jeden Tag streng zu sich gewesen, hatte sich alles verboten und dauerhaft mit Diäten in Topform gequält – bis ihr Gym zumachte. Als dieser Anker wegbrach, begann ihre Krise – bis sie 2 Jahre von der Bildfläche verschwand. Jetzt ist sie zurück und erzählt von ihrer mühseligen Reise zu sich selbst.

Sophias Weg ins Extrem und zurück

Das Training im Gym gab Sophia eine unglaubliche Sicherheit, eine Tagesstruktur. Jeder leidenschaftliche Gym-Gänger kennt das Studio als diesen besonderen Ort, wo man im Hier und Jetzt ist, wo man einen Ausgleich zu allem anderen hat und einfach im Flow ist. Das geht mit Hometraining für die meisten nur sehr schwer.

Als ihr Gym zumachte, wurde Sophia ihr Schwarz-Weiß-Denken („entweder ganz trainieren oder gar nicht“) zum Verhängnis. Sie war abhängig von der Struktur des Trackens und Trainierens geworden. So wurde sie komplett aus der Bahn geworfen, als dieser Anker plötzlich wegfiel.

Sophia musste erstmal wieder lernen, sich unabhängig von Gym und Tracking normal zu ernähren. Das eigentlich gesunde Verhalten von guter Ernährung und regelmäßigem Training war bei Sophia total ins Extrem umgeschlagen und damit auch wieder ungesund.

Wie Fitness-Ikone Sophia Thiel die Kontrolle vor

Sophia wollte damals am liebsten eine Maschine sein. Sich von ihren Gefühlen nicht von Training und Diät abbringen lassen. Heute merkt sie: Dieses Verhalten hat sie von sich selbst, dem echten Leben und ihren wahren Werten abgebracht.

Und: Aus extremer Kontrolle folgt Kontrollverlust. Sophia sagt, sie wollte nie anfangen, so viel zu essen. Sie hat auch nie aufgehört zu trainieren – aber hatte einfach keine Kontrolle mehr über ihr Essverhalten und konnte schließlich die Ernährung nicht mehr mit Training kompensieren.

Heute weiß Sophia ganz genau, was ihr Fehler war: Sie hat immer versucht, von außen nach innen zu gehen. Durch ein krasses Aussehen glücklich zu werden. Doch die Liebe zu deinem Inneren muss zuerst kommen, dann ist eine gute Form ein „nettes Nebenprodukt“.

Früher hat sie Anerkennung im Außen gesucht. Heute erfährt sie Wertschätzung von den Menschen, die ihr nahe stehen. Auch dir wird es so gehen, wenn du tief in dich hineinhorchst: Aufrichtige Wertschätzung von uns wichtigen Menschen tut uns viel besser als oberflächliches Lob von tausenden Menschen, die wir nicht kennen.

Vom übergewichtigen Mobbingopfer zur Bodybuilderin – der Leistungsdruck als Antrieb

Früher in der Schule wurde Sophia wegen ihres Aussehens gemobbt. Schließlich nahm sie ab und rutschte während ihres Abiturs in eine Magersucht herein. 2013 entdeckte sie den Kraftsport für sich und startete ihre Bodybuilding-Karriere. Daraus entwickelte sich der riesige Druck, nicht wieder zuzunehmen – um nicht von Millionen Followern gemobbt zu werden…

Es ist ein generelles Problem der Sozialen Medien, das ich persönlich auch schon oft erlebt habe. Durch Social Media entsteht erstens eine ewige Kette an Vergleichen. Jeder bewundert jemand anderen und vor allem eine Scheinwelt, die es nicht gibt. Denn alles, was du auf Social Media zeigst, hast du bewusst so ausgewählt.

Und zweitens kommst du nur schwer aus der Rolle wieder heraus, die du einmal anfängst zu spielen. Denn dafür kennen dich die Menschen nun und halten dieses Bild für die Realität.

Heutzutage zieht Sophia viel Inspiration von Menschen, die es schaffen, ihr authentisches Selbst zu leben – auch auf Social Media. Darum geht es im Leben auch irgendwo. Man selbst zu sein und das nach draußen zu tragen. 

Wie kommt Sophia zurück ins normale Leben?

Sophia will jetzt erstmal lernen, wieder gut mit sich selbst zu sein und Essen nicht nur zum Funktionieren zu sehen, sondern auch als Genuss an sich. Sie will wieder am normalen Leben teilhaben, bspw. auswärts essen gehen können.

Das „Hart zu mir selbst sein“ kenne ich selbst noch zu gut aus den Bodybuilding-Zeiten, besonders das Denkmuster „ich darf nicht schwach sein“. Emotionen wie „mir geht es schlecht” unterdrücken wollen. Was mir in dieser Thematik geholfen hat, war die Frage: Darf das sein?

Denn das Unterdrücken von negativen Emotionen führt dazu, dass du das ganze Spektrum an Emotionen unterdrückst. Auch das, was sich nicht gut anfühlt, darf sein, denn ohne Tiefen gibt es keine Höhen.

Warum war Sophia in Psychotherapie?

Seit Mitte 2020 hat Sophia professionelle Hilfe an ihrer Seite – doch das war keine leichte Entscheidung, denn auf der Therapie liegt ein großes Stigma. Du bekommst weniger Aufträge, weil man denkt, du bist labil und mit dir kann man nicht zusammenarbeiten.

Das Image eines Menschen, der zur Therapie geht, ist vorprogrammiert: Man ist „kaputt“, abgeschoben, kein Teil der Gesellschaft mehr. Dabei ist es eher normal, eine psychische Erkrankung zu haben: 30 Mio. Deutsche sind betroffen und die Dunkelziffer ist noch viel höher, sagt Sophia.

Sich helfen zu lassen, wird als ein Zeichen der Schwäche angesehen, dabei ist es ein Zeichen der Stärke. Weil so viele Menschen das nicht tun, verschleppen sie ihre Probleme und irgendwann bricht alles zusammen als Midlife Crisis aus.

Genauso wie du zum Arzt gehst, wenn du dir den Arm gebrochen hast, kannst du zum Therapeuten gehen, wenn in dir etwas kaputt ist. Sophia nennt das treffend „innere Hygiene“.

Warum ihr eigenes Buch?

Ihr Buch „Come Back Stronger – Die lange Suche nach mir selbst“ hat Sophia Thiel für sich geschrieben. Um all das zu verarbeiten, was passiert ist. Und nicht, um Klicks zu ziehen. Genau wie sie nach ihrem Comeback in ihren YouTube-Videos das macht, was sie für richtig hält und zeigen möchte. Ich persönlich mache es seit einigen Monaten genauso – und wir erreichen somit zwar weniger, dafür aber genau die richtigen Menschen.

Sophias ganze Journey in diesen jungen Jahren ging so schnell, dass es für 3 Leben reicht. Es ist viel Scheiße passiert, aber alles war gut so. Sophia bereut nichts, denn all das hat dazu beigetragen, dass sie heute hier ist. Und hier ist es gut.

Ich hoffe, du konntest einiges aus der Episode lernen. Peace out,

Dein Mischa

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