#134 Schneller & besser lesen – Speed Reader Wolfgang Schmitz

Schneller & besser lesen - Speed Reader Wolfgang Schmitz

In einer Stunde einen dicken Roman durchwälzen? 5 Mal schneller lesen und dabei mehr vom Inhalt verstehen? Die Wahrheit über Speed Reading und ob du das auch erlernen kannst gibt es in der neuen Folge mit Wolfgang Schmitz. Also hier.

Schneller Lesen: Wo anfangen?

Wenn du Speed Reading lernen, also schneller lesen willst, dann kenne deine Absicht. Warum willst du schneller lesen? Um dein Studium besser abzuschließen, um dir möglichst effektiv Wissen zu einem bestimmten Thema anzueignen?

Was auch immer deine Motivation ist: Starte nicht mit Speed Reading, nur um schneller zu lesen, wenn nicht mehr dahinter steckt. Es geht immer darum, zielgerichtet zu lesen. Die Neugier zu haben, sich mit den Dingen zu beschäftigen, die den eigenen Zielen dienen.  

Besser verstehen, indem du schneller liest

Dass untrainierte Menschen langsam lesen und dabei nur die Hälfte wirklich verstehen, liegt an unseren Lesefehlern. „Die meisten Menschen gucken falsch“, sagt Wolfgang. Wie man beim Lesen guckt, hat man nämlich als 6-Jähriger in der Schule anders gelernt, als man es heute könnte.

Jedes Verarbeiten eines Textteils dauert etwa eine Viertel-Sekunde, und zwar unabhängig davon, wie groß dieser Textbaustein ist – solange er mit einem Blick fokussierbar ist. Als 6-Jähriger konnte man nur einzelne Wörter erkennen. Heute aber kannst du größere Wortgruppen auf einmal nehmen statt immer noch einzelne Wörter nacheinander zu fokussieren. Bspw. erfasst du den Ausdruck „in der Stadt“ als einen Baustein.

Die 3 Hauptfehler beim Lesen

Die Leseforschung ist Wolfgang Schmitz zufolge zu dem Ergebnis gekommen, dass es 3 Haupt-Lesefehler gibt:

  1. Zu eng fokussieren, statt mehrere Wörter auf einmal zu nehmen
  2. Regression: unbewusstes Zurückspringen der Augen im Text  
  3. Mit Gedanken abschweifen und dadurch ebenfalls Zurückspringen im Text

Wie du richtig liest

Um den vorliegenden Text nicht nur schneller zu lesen, sondern ihn auch besser zu verstehen, liest du den Text zwei Mal. Ja, richtig gehört.

Im ersten Lesen fließt du einfach zügig mit dem Strom des Textes, denkst nicht mit und machst dir auch keine eigenen Gedanken dazu. Du vertraust darauf, dass der Autor den richtigen Weg geht und du ihm folgen kannst. So kannst du die Botschaft des Autors viel besser verstehen, als wenn du dich direkt von deinem eigenen Denken limitieren lässt.  

Wenn der Text dir nach dem ersten Lesen immer noch spannend erscheint, dann gehst du an die Stellen ran, die du noch nicht verstanden hast. Wolfgang Schmitz sagt: „Mach aus dem Lesen was egoistisches. Werde dein eigener Co-Autor und zieh das für dich raus, was für dich eine Bedeutung hat“. Denn nicht alles, was der Autor sagt, ist gleich wichtig für dich.

Vorausschau vs. Querlesen oder Diagonallesen

Für Wolfgang Schmitz ist ganz klar: Nie einen Text lesen, ohne eine Vorausschau gemacht zu haben. Ein Previewing des Textes – das ist aber KEIN Querlesen oder Diagonallesen. Diese ganzen Techniken seien weder eine gute Vorausschau noch ein echtes Lesen.

Wirklich Wissen aufbauen bedeutet Verankern. Das gehe am Besten durch eine Vorausschau, in der man herausfindet, ob einen der Text wirklich interessiert – und wenn das der Fall ist durch das gründliche Lesen mit dem Fluss des Textes.

„Im Fluss des Textes“ bedeutet: Lege keinen Genauigkeitswahn an den Tag, sondern mach es wie in englischen Texten, wenn deine Muttersprache Deutsch ist: Du verstehst ein paar Wörter nicht, liest aber trotzdem einfach weiter.

Wie stark kann man sein Lesen durch Speed Reading-Techniken verbessern?

Der Durchschnitt im deutschsprachigen Raum beträgt etwa 200 gelesene Wörter pro Minute – bei (nur) 55% Verständnis. Diese Geschwindigkeit Mal das Verständnis ergibt die „Effective Reading Rate“ – die Leseeffizienz-Rate. Diese Rate zu steigern, gibt dir natürlich einen riesigen Wettbewerbsvorteil.

Seine Kursteilnehmer schaffen im Schnitt eine Steigerung von 163 auf 422 in der Leseeffizienz-Rate.

Richtig lesen: Das Vorgehen in 5 Schritten

  1. Einstimmen: Vorausschau machen, einen Eindruck vom Text gewinnen, auf den Text vorbereiten
  2. Wenn deine Neugier geweckt ist: Fragen an den Text formulieren: Was willst du da rausziehen?
  3. Richtiges Lesen“ – die besprochenen Strategien anwenden, um Lesefehler zu vermeiden: Bessere Fokussierung und Fixieren im Text, Einlassen auf den Text, am Text bleiben.
  4. Was war am Text beeindruckend, was war aussagekräftig, was würde ich jemandem davon weitererzählen?
  5. Wenn der Inhalt des Textes wirklich gelernt werden muss, z.B. fürs Studium, dann Verankerungsprozesse und Merktechniken anwenden.

Digitales Lesen ist schlechter?

Laut Wolfgang Schmitz ist die Leseforschung sich einig: Schlechtere Konzentration, schlechteres Verständnis und eine höhere Anfälligkeit für Fake News und Verschwörungstheorien. Das digitale Lesen hat eindeutige Nachteile.

Auf dem Kindle lese man 10% langsamer als auf Papier, 80-90% von Wolfgangs Kursteilnehmern sagen, es emotionalisiere sie nicht genug.

Ich persönlich muss allerdings sagen: ich lese einfach viel mehr, seit ich auf ein Kindle umgestiegen bin. Weil es einfach viel praktischer ist, gerade beim Reisen. Ich kann mir Sachen markieren und an meine E-mail schicken lassen usw.

Wolfgang sagt auch: Die Hauptsache ist die Freude beim Lesen, denn das ist der größte Treiber dahinter, wie viel jemand liest. Mach dir das Lesen immer so angenehm wie möglich, auf dich persönlich abgestimmt. Wann fühlst du dich eher danach: Am Morgen oder am Abend? Und vor allem: Lies freiwillig, zwinge dich zu nichts.

Schneller-Lesen-Tipp zum direkten Umsetzen

Eine kleine Bemerkung vorab: Es geht nicht darum, wie schnell du liest, sondern wie viel du pro Zeiteinheit verstehst. Den Begriff „Speed Reading“ kriegt man nicht raus, sagt Wolfgang, aber bei gutem Lesen geht es nicht darum, in 1h einen Roman zu lesen. Auch wenn eine seiner Kursteilnehmerinnen das in einer bekannten Fernsehshow geschafft hat.

Es geht auch nicht um irgendwelche komischen YouTube-Techniken. Es geht darum, mehr vom Text zu verstehen – indem du einfach schneller durch den Text durchgehst. Lies dich einfach Mal schneller durch den Text durch, denn wenn du dir mehr als eine Viertel-Sekunde pro Wortgruppe Zeit lässt, schweifst du ab und kommst vom Text weg. So verlierst du Zeit und verstehst weniger.

Also: Lies einfach schneller und ohne Eigenüberlegungen. Und: Lies das, was dich wirklich interessiert.

Ich hoffe, du konntest einiges aus der Episode lernen. Peace out,

Dein Mischa

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